Mittwoch 1. Oktober
Heute sind wir früher als üblich wach. Irgendwie war etwas Unruhe draußen, doch warum ist nicht zu erkennen. Nach einer sehr ausgiebigen Morgenroutine mit allem Zip und Zap bereiten wir alles für die Abfahrt vor. Ent- und Versorgung, Strom ab, festmachen der Gegenstände usw.. Abfahrt nach Kiruna! Die erste Anlaufstelle soll der ICA-Markt sein, wir brauchen noch ein paar Kleinigkeiten. Da unser Navi gute Laune hat und auch was von der Gegend sehen will, schickt es uns zu einen winzigen ICA am Rande der Stadt. Die Ecke scheint schon etwas älter zu sein, der Markt hat die Größe von einem Tante-Emma-Laden und ist in einem „Mietshaus“ untergebracht.
Chrissi musste zwar etwas suchen, konnte Schluss endlich alles finden. Sogar Milch 😉. Von dort aus soll es zu einem Turm gehen, der von der Autobahn aus zu sehen ist und den Eindruck eines Lost-Places gemacht hat. Und etwas weiter davor steht ein Gebäude, das unsere Aufmerksamkeit erregte. Ein goldenes Ei. Es sah für mich wie ein Toilettenhaus aus, ich kann mich auch irren. Leider finden wir die Einfahrt nicht – trotz des Pendelns zwischen den zwei Kreisverkehren. Näher als bis zu einem Baumarkt kommen wir nicht. Wir brechen ab. Bei diesem super Wetter hätte ich schon ganz gerne ein paar Drohnenaufnahmen gemacht, aber es sollte nicht sein. Ich hätte da sowieso nicht fliegen dürfen 😉.
Also, rauf auf die E10 und ab Richtung Abisko. Kiruna bleibt hinter uns und das Gewimmel auf der Straße wird weniger. Immer Richtung Norden an „Krokvik“ (hier gibt es wohl eine Husky Station) und Rautas (her gibt es Rentierschlittenfahrten) vorbei. Einige Seen lassen wir links und rechts liegen. Die Strecke führt uns am „Troneträsk-See“ vorbei, an dessen gegenüberliegendem Ufer sind die Berge zu sehen.
„Steinbaken“ und „Kaisebakte“ lassen wir hinter uns, bis wir auf dem „Abisko Touristic Station“-Parkplatz ankommen. Hilde darf hier für 24 Stunden parken, jedoch nicht übernachten. Was soll´s, so schön ist der Parkplatz auch nicht. Wanderfertig geht unser erster Weg zum „Naturum Abisko“. Das ist aber nicht das Ziel sondern eine dahinterliegende Sehenswürdigkeit. Der Platz nennt sich „Sensing the Arctic“. Das ist eine Landschafts-Kunst Installation im Permafrostmoor. Die Installation ist begehbar und „verkleidet“ – die eingesetzten Sensoren zur Erfassung von Klimaprozessen. Bei schönem Wetter wunderbar zu erwandern.
Einige Fotos später geht es zur Landschaftspark Markierung. Sie ist nicht weit weg und Richtung Fluss gelegen. Der Weg dahin ist für uns nicht eindeutig zu erkennen und wir müssen über den Fluss. Dort sieht man schon den Goldenen Stern.
Nach kurzer „Besprechung“ entschließen wir uns dazu den Weg Richtung „Naturum Abisko“ zu nehmen und von dort den ausgeschilderten Weg einzuschlagen. Den Fluss, der hier weiter unten aus dem Felsen kommt, überqueren wir oberhalb. Der befestigte Weg führt uns an seinem Ufer entlang, einige Stufen gehen immer mal wieder etwas tiefer auf Plattformen. Der Anblick des wild tosenden Flusses, der aus dem Felsen schießt, ist imposant. Schnell fließt das Wasser durch die Schlucht, das diesen gegraben hat. Es ist nichts außer das Tosen zu hören, nicht mal die E10.
Der Weg ist nicht beschwerlich. Noch nicht. Der goldene Stern ist dann auch schnell gefunden. Einige Fotos werden gemacht.
Wir gehen weiter und als der Fluss ein letztes Mal eine Stufe herabrauscht müssen wir ein wenig „klettern“. Nur kurz, dann geht es weiter über Holzplanken bis zu einer Brücke. Von hier hat man einen schönen Blick über den Fluss. Auf der anderen Seite geht es dann wieder hoch zum Naturum. Da wir den steilen Weg nicht hoch wollen gehen wir den Weg zurück. Der läuft sich besser 😉.
Nachdem wir den Fluss wieder überqueren, nutzen wir diesmal den Tunnel unter der E10, um den Canon weiter zu folgen. Schon vor diesem ist ein leiser Gesang zu hören. Beim Betreten wird er lauter und scheint ein Samen-Gesang zu sein. An den oberen Wänden sind Lautsprecher angehängt. Chrissi macht eine Aufnahme für später. Vielleicht bekommen wir raus, was es ist. Der Weg geht unter der nachfolgenden Brücke hindurch und führt zur Abisko Sky Station und weiter nach links zu unserem Parkplatz.
Hilde steht in der Sonne und empfängt uns mit wohliger Wärme. Ein kurzer Plausch über die Eindrücke des Ausflugs, dann machen wir uns auf den Weg Richtung Übernachtungsparkplatz. In „Torneträsk“ suchen wir einen uns bekannten Parkplatz auf. Übernachten ist nicht verboten und so stellen wir uns auf, machen alles kältesicher – es sollen minus Grade werden. Außer uns ist nur ein weiterer Camper da. Gegen Abend stehen dann mit uns vier Camper. Platz ist genügend da und so wird auch nicht „gekuschelt“.
Kurz nach Neun und der Himmel beginnt wieder mit einer riesigen Lichtshow. Ringsherum ist es stockdunkel. Nur der Himmel beleuchtet die Szenerie. Chrissi ist in ihrem Element und fotografiert, immer mal wieder den Platz wechselnd, was das Zeug hält. Ich bin auch ein zwei Mal draußen, schon allein, um mal nach dem Rechten zu sehen. Chrissi hat in der Zwischenzeit Anhang bekommen, eine schwedische Camperin hat sich ihr angeschlossen. Sie möchte wissen wie man Polarlichter fotografieren kann und Chrissi erklärt es ihr geduldig. Irgendwann in der Nacht ist das letzte Foto aufgenommen und es ist Zeit ins Bett zu gehen.
Morgen ist ein neuer Tag.
