Donnerstag 02. Oktober 2025
Es ist kalt, sehr kalt. 0 Grad draußen. Aufstehen, frühstücken und abfahrbereit machen. Alles wie immer. Es geht zum zweiten Mal nach Abisko.
Erste Anlaufstelle ist die Tankstelle in Abisko zum Wasser fassen, wenn man seit dem letzten Mal nicht vergessen hat, wie es geht. Am Wasserhahn stehe ich etwas ratlos rum, kommt doch aus selbigen nichts raus. Etwas verwirrt laufe ich um Hilde herum, auf der Suche nach einem anderen Wasserspender. Das hat wohl ein französischer Camper gesehen und spricht mich an, er will mir zeigen wie es geht. Am Wasserkasten der Tankstelle deutet er auf ein Eckventil unter Dämmstoff und dreht ihn auf. Mir fällt es wie Schuppen vor den Augen. Na klar, das war doch beim letzten Mal schon seltsam, aber da hatte ich das Ventil gleichgesehen. Wortreich bedanke ich mich bei ihm. Ein Abschiedswinken ist alles was ich noch tun kann, dann ist er weg.
Grummelnd fülle ich meine Kanne ganze vier Mal. War schon doof, dass ich das vergessen hatte. Naja, man(n) wird nicht jünger 😉. Währenddessen ist Chrissi auch wieder zurück mit Leckereien aus dem örtlichen Discounter nebenan.
Ab geht’s, auf der E10 Richtung Nordwest. Erst einmal vorbei an der Touristeninformation. Lange müssen wir nicht fahren, da kommt schon der „Silverfallet“ in „Björkliden“. Direkt neben der Fahrbahn halten wir auf dem groß angelegten Halteplatz. Das Wasser fließt hier von einer Position oberhalb der Straße unter der Straße hindurch, über die Brücke sind hinab in den „Torneträsk“.
Bei schönstem Wetter geht es zuerst bergauf. An ein paar Wasserfallstufen vorbei bis hinauf auf einen Hügel. Wir könnten noch weiter, doch wir wollen hier nicht allzu lange bleiben. Immer wieder werden Fotos gemacht und so unterqueren wir die Brücke. Die letzten Stufen bilden ausgewaschene „Tröge“, in denen sich das Wasser sammelt und neue Bahnen hinab findet.
Dann geht es zurück zu Hilde. Am Parkplatz angekommen fährt ein PKW auf den Parkplatz, der gerade seine Reisenden entlässt, die sich demselben Weg widmen wie wir. Schön leer ist es hier ja auch.
Die E10 bringt uns nach einiger Zeit vom „Torneträsk“ wieder Richtung norwegische Grenze nach Westen. Urig ist die Landschaft ringsherum. Wenn bewaldet, dann nur mit kleinen Bäumen, die nicht gerade dicht beieinanderstehen. Auf Höhe „Laktajakk“ ist oberhalb der Bahnlinie, die uns begleitet, ein Wasserfall zu sehen. Der „Laktajakk Vattenfall“, der auf den Bildern mit sehr viel Wasser zu sehen ist, aber heute nicht gerade imposant daherkommt. Nach kurzer Beratung entschließen wir uns noch ein Stück weiter zu fahren.
Auf Höhe „Vassijaure“, kurz vor der norwegischen Grenze, wird die Straße doch etwas sehr glatt. Links und rechts sind weiße Flächen zu sehen und Hilde will wohl Schlittschuh fahren. Runter mit der Geschwindigkeit und sie bekommt sich wieder ein. Das hätte gerade noch gefehlt, Bekanntschaft mit dem Straßengraben zu machen. Gut war, dass ich sowieso nicht zu schnell unterwegs war.
Da wir nicht über die norwegische Grenze wollen drehen wir bei nächster Gelegenheit. Wir fahren noch mal an den „Silverfallet“ und machen lieber noch ein paar Aufnahmen mit der Drohne.
Der Parkplatz ist schnell erreicht und Sumsel geht in die Luft. Das Licht hat sich wieder verändert, die Aufnahmen werden dennoch schön.
Viel Zeit hat sie nicht und so geht es dann weiter zu einem letzten Besuch im Abisko-Nationalpark. Der Parkplatz an der Bahnstation ist nicht all zu voll und Hilde kann sich ohne große Umstände hinstellen. Wir ziehen uns unsere Wanderschuhe an und schon geht es los – den Parkplatz runter Richtung Brücke zur Seilbahn.
Und da ist er auch schon, der Kungsleden, der am Canon entlangführt. Den kennen wir noch vom letzten Jahr. Diesmal wollen wir auf der Sommerroute nur die Stromschnellen entlang bis dahin, wo der Fluss noch ruhiger ist und durch ein Schotterbett fließ. Es ist etwas feucht und rutschig und wir müssen aufpassen. An den steileren Kanten gibt es ein Geländer, das eher an einen Handlauf erinnert. Sollte man wegrutschen fällt man unten durch. Wieder wecken die Bruchkanten, unter denen das Wasser sich seine Bahn sucht, meine Aufmerksamkeit. Das Licht scheint anders als beim letzten Mal. Natürlich werden viele Bilder und Videos aufgenommen.
Am Ende angekommen halten wir uns noch ein wenig auf, bevor wir den Rückweg antreten. Über einen kurzen Anstieg geht es quer durch den Wald, bis wir kurz vor dem Parkplatz wieder rauskommen. Von da ist es nicht weit bis Hilde. Schnell räumen wir alles ein und fahren direkt zu dem Parkplatz von letzter Nacht.
Hier ist auch noch nichts los, nur ein Camper ist da, der aber verweist scheint. Wir stellen uns auf und bereiten alles für die Nacht vor.
Nach dem Abendessen werden noch die Aufnahmen sortiert – wir haben schon langsam Routine darin. Viel passiert dann aber nicht mehr und wir beschließen den Tag dann kurz vor Mitternacht.
