19.09.2025
Seit der letzten Fahrt ist einige Zeit vergangen. Island hatte uns mit all seiner Schönheit und Wildheit eine schöne Zeit beschert. Die Zeit danach war wieder mit Arbeit gefüllt. Nur eine kurze Spritztour zu Freunden in den Süden hat uns eine kleine Verschnaufpause verschafft. Die Akkus sind jetzt echt leer und wir müssen los. 😊
Bei der Reiseplanung waren wir uns schnell einig. Wir möchten noch mal nach Lappland. Der Norden ist noch nicht vollständig erkundet und wartet mit seinen Abenteuern auf uns.
Der heutige Tag beginnt noch mit einem Gang zur Arbeit. Das ist recht schnell erledigt und es geht nach Hause. Hilde steht beladen und betankt bereit zu Abfahrt. Ein kurzer Abschied mit den Nachbarn und los geht es.
Bei schönstem Wetter durch die Ortschaften, rauf auf die Autobahn. Über A10, A24 und A19 geht es nach Rostock. Die Fahrt verläuft ruhig, es wird warm im Cockpit. Letzte Eindrücke des heutigen Arbeitstages bestimmen anfangs das Gespräch. Irgendwann ist das Thema durch und wir beginnen uns auf unseren ersten Stopp zu freuen. Bekommen wir noch einen Platz für die Nacht? Wird es nicht zu voll sein? In Rostock wollen wir an unserem bekannten Stellplatz übernachten, um dann in der Frühe, gegen 07:45 Uhr, mit der Fähre nach Trelleborg zu fahren. Eine Stunde vorher sollen wir uns zum Check In einfinden. Das wird eine kurze Nacht.
Rostock empfängt uns, bei schönstem Sonnenschein, mit freier Strecke. Ohne Verzögerung geht es zu einem ersten Stopp an die Tankstelle. Wir müssen warten, eine Gruppe Motorradfahrer muss noch zu Ende tanken. Entgegen unserer Erwartung geht es doch recht schnell und nachdem dann auch Hilde wieder ihren Bauch voll hat geht es zum Parkplatz. Der ist direkt am Wasser gelegen und war auch bei unserer letzten Schweden Tour unsere erste Übernachtungsstelle.
Hier gibt es jetzt eine Überraschung, er ist recht leer und wir können uns aussuchen wo wir stehen. Nach einem kurzen Vor und Zurück steht Hilde in der „Parkposition“. Unser neues elektronisches Nivellierinstrument hat seinen ersten Test bestanden. Leider konnte es sein volles Potential nicht zur Geltung bringen. Der Boden ist extrem uneben, aber die Parkordnung lässt eine optimale Ausrichtung nicht zu. Na was soll´s. Schlafen wir halt wieder mit den Füssen etwas nach unten.
Den Rest des Abends verbringen wir damit die Abendsonne zu genießen. Die Luft ist warm, der Wind ist noch kräftig. Er legt sich erst zum Sonnenuntergang. Nun wird es etwas kühler und die Lichter der gegenüberliegenden Lager und Hafengebäude beleuchten das Wasser. Die Wellen erzeugen Lichtreflexe, die ein Glitzern auf dem Wasser verursachen. Auf unserer Seite ist es ruhig, nur von drüben kommen die Arbeitsgeräusche. Nicht sehr laut, doch deutlich wahrnehmbar.
Der Tag neigt sich seinem Ende entgegen und wir gehen früh ins Bett. Der frühe Wurm erwürgt den Vogel oder so……. 😊
20.09.2025
Fähre nach Trelleborg
Bevor das Handy mich wecken kann bin ich wach. Ich muss wohl sofort weg gewesen sein, kann ich mich doch nicht erinnern, wann das Licht aus war.
Gut gelaunt steige ich aus dem Bett und spule meine Morgenroutine ab. Chrissi steigt auch aus dem Bett, hat es aber wohl nicht so „gut“ gehabt. Ein erholsamer Schlaf blieb ihr wohl verwehrt dank eines einsamen Holzfällers, der in der Nacht mehrere Hektar Wald gefällt hat. Sorry dafür.
Hilde wird für die Abfahrt vorbereitet – währenddessen wird es hell. Pünktlich 06:30 Uhr fahren wir los. Die Straßen sind leer und langsam geht es zum Terminal. Kurze Verwirrung über die Streckenführung, Google schickt uns durch mehrere Kreisverkehre, die es nicht gibt. Dann erreichen wir den Check In. Hier wieder etwas Verwirrung meinerseits, der Automat überfordert mein Hirn mit einer Fehlermeldung, die ich nicht zuordnen kann. Der Techniker und der Tourist in mir streiten was zu tun ist. Dadurch übersehe ich das der Vorgang korrekt abgeschlossen wurde und die Bordtickets schon im Ausgabefach vorliegen. Chrissi unterbricht mit einem Hinweis die Diskussion und nachdem ich die Karten entnommen habe geht es zur Wartespur. Was für eine Aufregung.
Wir müssen nicht lange Warten und es geht auf die Fähre. Diesmal hat Hilde einen Platz auf dem Sonnendeck. Sachen schnappen, Gas aus und alles abschließen. Wir suchen uns auf Deck 5 einen Platz mit Steckdosen. Jetzt heißt es – Warten. Pünktlich 07:45 Uhr legt die Fähre ab.
Der Bereich, in dem wir uns niedergelassen, weil frei war, ist von einigen Hundebesitzern bevölkert. Erst da registrieren wir, dass dieser Bereich extra für diese angeboten wird. Nun ja, wir blockieren niemanden und uns stören die Hunde nicht.
Erst einmal holen wir unser Frühstück nach. Eine kleine Auswahl vom angebotenen Büfett der Fährenküche nehmen wir gerne an. Danach machen wir uns an den Computer. Die ersten Zeilen werden geschrieben und die ersten Fotos begutachtet und sortiert. Zwischendurch geht es immer mal wieder auf Deck oder in den Shop. Irgendwie versuchen wir die Zeit zu überbrücken.
Dann das erlösende Signal. Wir sind in den Hafen von Trelleborg angekommen und können nun wieder zu unseren Fahrzeugen. Dort angekommen, wird der mitgenommene Kram verstaut und wir warten, dass es losgeht. Chrissi versucht schon mal die Tour ins Navi zu bekommen und ich versuche rauszubekommen, wie wir vom Schiff runterkommen. Das ist sicherlich egal – muss ich doch nur meinem Vordermann hinterher. Aber es ist wie es ist.
Mein Vordermann rollt los und ich fahre ihm hinterher. Vom Schiff runter geht es über das gesamte Hafengelände auf unsere Zielstraße, die E6. Sie wird uns eine ganze Weile durchs Land führen. Die Fahrt geht Richtung Norden auf der Autobahn. Unspektakulär fahren wir bis die Sonne untergeht. Dann verlassen wir die Bahn Richtung Vallsberg, wo wir an einer Schule unser erstes Nachtquartier auf einem von zwei Wohnmobilstellplätzen aufschlagen. Das Abendbrot ist schnell gegessen und beim Zusammensitzen bei offener Tür beobachte ich eine Maus, die an einem Geländer am Straßenrand herumturnt. Man kann nicht viel sehen. Nur mal den Köper oder nur den Schwanz. Etwas später scheint es als wären es sogar zwei Mäuse. Nee sagt Chrissi, das ist dann wohl nur Flatterband im Wind. Ich sollte schlafen gehen, ich bin wohl durch. Gesagt getan, ziehen wir uns ins Bett zurück. Auch morgen wird es ein reiner Fahrtag und da muss ich fit sein.
