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Alte Spuren, der Umzug und Polarlichter #40

Montag 29. September

Trotz der Straße neben an war es sehr ruhig. Nur kurz vor 22:00 Uhr war noch ein „Traktor“ oder Moped ohne Auspuff unterwegs. Die Dorfjugend wollte wohl mal ihren Spaß. Danach war Stille und nichts hat unseren Schlaf gestört.

Die Morgenroutine wird schnell erledigt, lediglich beim Kaffee lasen wir uns Zeit. Der Plan für heute steht. „Kiruna“ ist das Ziel. Unsere „Plünden“ werden „verräumt“ und die Straße bekommt uns wieder zu Gesicht. Bei schönster Sonne und blauen Himmel geht es zurück zur E45.

Es dauert nicht lange und wir erreichen Kiruna. Unser erstes Ziel soll der Stone Edge Circle sein, der sich am alten Standort der Kiruna Kirche befindet. An der Marienkapelle angekommen stellen wir fest, dass wir dort nicht parken dürfen. Nach etwas suchen stellen wir Hilde weiter die Straße rauf, am Pastorat vorbei, auf einem kostenlosen Parkplatz ab.

Dann beginnt die Suche. Google zeigt uns den Weg, nur der ist von einem Bauzaun versperrt. Die Kirche ist umgezogen und nur das leere Baufeld ist noch übrig. Daher hat man drum herum einen Bauzaun aufgestellt. Mhm, wir versuchen es rechtsherum, aber Google sagt wir sollen immer durch den Bauzaun, was natürlich nicht geht. Also linksherum. Dann finden wir einen Weg, genau zwischen Bauzaun und Marienkapelle gelangen wir in den hinteren Teil des ehemaligen Kirchengarten. Hier befindet sich der Stone Circle, ein zentraler Gedenkstein und einem Kreis von stehenden Steinen. Dies und die herbstlichen Farben schaffen schöne Fotomotive, die wir nur zu gerne aufnehmen. Ein zwei Fußgänger begegnen uns, ansonsten ist die Stelle menschenleer.

Nach einigen Fotos gehen wir wieder zurück zu Hilde. Die bringt uns in den neuen Stadtabschnitt. Er wurde angelegt, nachdem festgestellt wurde, dass der alte Stadtbereich einsturzgefährdet ist. Das Erz wurde wohl bis unter die Stadt abgebaut und so kann es wohl passieren, dass die darüber bestehenden Gebäude einstürzen könnten. Das betraf auch die alte Holzkirche. Damit diese nicht verlorengeht, wurde sie an einen neuen Standort, vor der neuen Stadt, umgezogen. Die Nachrichten hatten davon berichtet.

Und da fahren wir nun hin, in der Hoffnung einen Blick darauf zu erhaschen. Leider wird daraus nichts. Nur von weitem ist sie zu sehen. Ein Bauzaun versperrt uns in gehöriger Entfernung den Weg. Vor einem Seitentor bleibe ich stehen und wir machen ein paar Fotos. Dann drehe ich Hilde und gerade als ich wieder losfahren will kommt uns die Idee das wir aus der Dachluke heraus ein paar bessere Fotos machen könnten. Das funktioniert auch ausgesprochen gut.

Weiter geht es dann Richtung neuem Zentrum. Allerdings kommen wir nicht weit, die Straßenführung führt uns zum „Malmvägen“. Dieser führt an den neuen Bauten vorbei, unter anderem am Uhrenturm, Kirunas Wahrzeichen. Etwas abseits auf der anderen Seite des „Malmvägen“ stellen wir Hilde ab. Vier kostenlose Parklätze für Wohnmobile zwischen 10:00 und 00:00 Uhr sind ausgeschildert. Gut für uns. Zwischen dem „Aurora Kultur & Kongress“ und dem „Scandic Kiruna“ laufen wir über den „Torggatan“ und sehen uns die „Innenstadt“ an. Der Wind bläst hier stark und bringt auch eine Menge Staub mit.

Viel zu sehen gibt es nicht, an anderen Orten sind die Einkaufs- und Geschäftspassagen imposanter, aber für hiesige Verhältnisse ist das in Ordnung. Mittlerweile ist es 13:30 Uhr und wir wollen zu unserem angepeilten Stellplatz „Camp Alta Kiruna“, der nicht weit von Kiruna entfernt ist. Bevor es aber dort hingeht müssen noch die Vorräte aufgebessert werden.

Der nahe ICA kommt da wie gerufen. Dann über die E10 nicht einmal 20 Minuten später kommen wir an der Rezeption vom Platz an. Die Formalitäten sind schnell geklärt und wir können Hilde am See, direkt am Wasser, hinstellen. Mit der Front zum Wasser steht es sich super. Nachdem alles eingerichtet ist, nehmen wir die Campingstühle und setzen uns ans Wasser. Die Sonne wärmt uns und der Blick aufs Wasser, in dem die Sonnenstrahlen glitzern, ist wunderschön. So kann man es aushalten. Schnell vergeht die Zeit am Nachmittag und der Abend nähert sich mit großen Schritten. Die Sonne ist bereits hinter dem Horizont verschwunden. Das Abendessen ist schmackhaft und üppig. Vorbereitungen für die „Nacht-Show“ laufen. Nordlichter sind angekündigt und somit müssen Stative und Kameras vorbereitet werden.

Mittlerweile ist es 21:00 Uhr und stockdunkel. Langsam schleicht ein grünlicher Schimmer am Firnament empor und dann explodiert der Himmel. Das Schauspiel ist unbeschreiblich. Zeitgleich kommen auch die anderen Camper aus ihren Fahrzeugen und richten ihre staunenden Blicke gen Himmel. Und Chrissi, die ist wieder voll in ihrem Element. Und ich, ich sehe mir das Ganze direkt an. Ohne Kamera – bis ich wieder rein gehe und mir das Schauspiel durch das „Sky-Window“ ansehe. Es wird immer später und ein Ende ist nicht abzusehen. Das Bett ruft und ich beginne mit den Vorbereitungen zur Nacht. In der Zwischenzeit werden die Lichter weniger, bis sie ganz aufhören. Chrissi kommt rein, durchgefroren, aber zufrieden.

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