Dienstag 23. September
Das späte (in der Frühe) Einschlafen sorgt für spätes Aufstehen. Ist aber OK, wir sind ja nicht auf der Flucht. Wir sitzen beim Frühstück und lassen es uns gut gehen. Die Sonne scheint und es ist etwas wärmer geworden.
Langsam kommen wir in die Gänge. Bei blauem Himmel verlassen wir den Parkplatz am Stadion, der nächste Fahrabschnitt muss bewältigt werden.
Die Strecke führt am „Rastplats Ljusselforsen“ vorbei, der diesmal gesperrt ist. Hier finden Bauarbeiten statt, aber der Grund erschließt sich für uns leider nicht. Wir haben Zeit und der Wunsch besteht den „Trollfosen“ noch einmal zu besuchen. An den Weg kann ich mich noch erinnern und daher kann uns „Google“ diesmal nicht verar… (Wer mehr wissen will, siehe „Schweden 2024“)
Schnell sind wir auf der festgefahrenen Piste und fahren gemütlich bis an den am Fluss liegenden Stellplatz. Dort parken wir Hilde in der hinteren Ecke. Noch ist das Wetter gut und so wandern wir den Pfad entlang dem Fluss. Die Steine an dessen Ufer werden erklommen und die Hängebrücke für Fotos genutzt. Diesmal geht es noch ein Stück höher für einen besseren Blick zu den Stromschnellen – das war letztes Mal wegen dem Regen nicht so schön.
Zurück in Hilde geht es nach einer Kaffeepause wieder zur E45. Die Strecke fährt sich so weg und so kommen wir wohlbehalten auf unsere Route Richtung Polarkreis zurück. Die Sonne scheint immer noch, nur hin und wieder sind dunkle Wolken zu sehen. Eigentlich sollten wir uns diesmal im Trockenen den Übergang über den Polarkreis ansehen können.
Auf dem Parkplatz angekommen nutzen wir die Gelegenheit im Trocknen Fotos zu machen. Doch es dauert nicht lange – wir sind gerade oben am Restaurant angekommen – kippt sich eine der schwarzen Wolken aus. Regen und Hagel lässt sie fallen, während in einiger Entfernung alles trocken bleibt. Ins geschlossene Restaurant können wir nicht, also so steigen wir schnell wieder hinunter, um uns in Hilde in Sicherheit zu bringen. Es soll wohl nicht sein.
Wir fahren weiter nach Jokkmokk. Auf dem Weg dorthin sind wieder viele Rentiere zu sehen. So viele haben wir letztes Mal nicht gesehen. Kurz nach 13:00 Uhr kommen wir im „Artic Camp Jokkmokk“ an“. Das Anmelden übernimmt Chrissi, allerdings dauert es diesmal etwas länger. Den Wunschplatz bekommen wir offensichtlich nicht, außerhalb der Saison wird der Platz jetzt beschränkt und das hintere Servicehaus ist geschlossen. Daher werden die hinteren Stellplätze nicht vermietet. Also auch der, auf dem wir letztes Jahr standen.
Der Bereich außerhalb der Schranke mit einigen Plätzen für Zu spät-Kommer hat Duschen, Waschhaus und Toiletten. Ein anderes Service Haus mit Duschen, Waschraum und Toiletten befindet sich im mittleren Teil des Stellplatzes. Die Küche und der Gemeinschaftsraum, sind im Vorderen Bereich, unweit der Rezeption.
Schließlich kommt Chrissi wieder und hat dann doch einen brauchbaren Platz gefunden.
Neben einem Baum, nicht weit vom mittleren verfügbaren Servicehaus, stellen wir Hilde ab. Stützen raus, Strom ran, das Übliche eben.
Da das Wetter noch schön ist, versuche ich noch mit „Brumsel“ einige Bilder und Videos vom Platz zu machen. Allerdings ist der Wind recht böig und so breche ich das Ganze ab. Ich hoffe auf Morgen und auf weniger Wind.
In der Zeit, in der Chrissi in Hilde rumwuselt, kommen in der Aurora App die ersten Meldungen zu möglichen Polarlichtersichtungen rein. Immer wieder gibt das Handy einen Alarm raus, weil die Werte immer weiter steigen und leichte Polarlichter vorausgesagt werden. In Porjus sollen wohl die möglichen Sichtungen am besten sein. Noch während des Abendessens reift der Plan, Chrissi ist da schon etwas aufgeregt 😊, doch noch mal loszufahren. Es sind nur 45 KM und die Strecke ist nicht all zu schwer zu fahren. Als es anfängt dunkel zu werden, „legen“ wir ab. Es geht rauf auf die E45 und immer gen Norden. An den Seen und über die Sperrwerke von Harrauden und Aspudden bis Porjus Vattenkraftstasion. Da fahren wir runter von der E45 und suchen unseren Lieblingsplatz vom letzten Jahr auf. Leider ist der schon besetzt und in der unmittelbaren Nähe ist kein schöner Beobachtungsplatz zu finden. Traurig beschließen wir das Ganze abzubrechen und zurück zu fahren. Lichter waren auch keine zu sehen und so ziehen wir wieder ab. Bevor wir aber endgültig zurückfahren, machen wir noch einen Versuch am Harspranget-Kraftwerk. Hier gibt es einen Parkplatz, den wir schon mal genutzt haben. Kaum das wir stehen – wir mussten uns noch richtig positionieren – entdecken wir einen leichten grünlichen Schimmer am Himmel. In der Zeit, in der Chrissi ihr Equipment zusammensucht wird der Schimmer immer stärker. Dann ist sie endlich fertig und stürmt raus. Keine Sekunde zu früh. Das Spektakel manifestiert sich in all seiner Pracht. Grüne Streifen diagonal am Firmament formen sich zu immer neuen Strukturen. Ich beobachte das Ganze aus dem Sky-Fenster. Die Zeit vergeht wie im Fluge und irgendwann lässt das Schauspiel nach. Chrissi packt zusammen und kommt leicht durchgefroren wieder rein, es waren immerhin -1 Grad. Noch völlig aufgekratzt setzen wir unsere Rückfahrt fort. Die Straße ist leer, nur hin und wieder kommt uns ein LKW entgegen. Sie sind schon von weitem anhand ihres „Fernlichts“ zu erkennen, da sie ihre Umgebung fast in Tageslicht tauchen. Wenn sie uns bemerken, blenden sie ab. Das klappt super.
Uns kommt die Idee, noch mal den freien „Laponia Ställplats“ anzufahren. Da haben wir letztes Jahr mal übernachtet. Der Platz ist im Dunklen nicht einfach zu finden und auf der Hinfahrt sind wir wohl ohne es zu merken an ihm vorbeigefahren. Diesmal achten wir auf das Schild „Laponia Information“ und genau an dieser ist die Einfahrt zum Stellplatz. Die „Information“ besteht aus diversen Schautafeln. Eine kurze Runde zeigt uns einen voll belegten Platz und weil wir nicht weiter stören wollen fahren wir weiter. Diesmal bis zu unserem Stellplatz, auf dem wir wieder Position beziehen, Hilde ausrichten und mit den Stützen stabilisieren. Strom rein und fertig. Der Rest ist nur noch Vorbereitung für „bettfertig“ machen. Im Bett quatschen wir noch über die Polarlichter und von weitem hört man nur hin und wieder die LKW’s auf der nahen Straße, bis es auch bei uns still wird.
Mittwoch 24. September
Der Morgen ist frisch, aber der Himmel blau. Schönstes Wetter zum Draußen sein. Nach dem gestrigen Abend lassen wir uns mit dem Aufstehen Zeit. Erst einmal Kaffee. Nach einem ausgedehnten Frühstück und während diversen Sachen von Chrissi wieder verräumt oder in Ordnung gebracht werden müssen, gehe ich raus an den See und lasse die Drohne wieder ein paar Runden drehen. Die Sonne spiegelt sich im ruhigen Wasser. Der angrenzende Wald zeigt seine ersten Farben aber der Herbst ist hier noch nicht so angekommen, wie man meinen könnte. Viel dunkles Grün ist zu sehen. Ich hole Summsel wieder runter. Vielleicht ergibt sich noch etwas zu einem späteren Zeitpunkt.
Chrissi ist in Hilde fertig und gesellt sich zu mir. Gemeinsam gehen wir über den Platz und sehen uns die Hütten an, die hier zur Vermietung stehen. Einfach, aber sauber und geräumig sind sie. Zurzeit werden sie aber nicht genutzt. Der nächste „Run“ ist erst wieder zum Rentiermarkt. Da trifft sich hier alles was mit Rentieren zu hat oder haben möchte. Der Markt ist wohl immer ein großes Ereignis und alle freuen sich schon auf diesen. Wer weiß, eines Tages werden wir den auch zu Gesicht bekommen.
Später kommen wir an der Feuerstelle vorbei, an der wir auch schon bei gemütlich beisammengesessen haben. Sie ist direkt an einer Windschutzhütte gelegen und bietet wirklich genügenden Schutz vor schlechtem Wetter.
Wir gehen weiter und verlassen den Platz. Von einem Moment zum anderen laufen wir hinter dem Zaun zum Stellplatz. Er scheint nur ein ungefährer Hinweis zu sein wo der Stellplatz aufhört und der öffentliche Wald anfängt.
Wir bewegen uns auf einem Trampelpfad, immer in Sichtweite zum See. Leise ist es und nur ab und an hören wir Fahrzeuge, die auf der in der Nähe vorbeiführenden Straße fahren. Seltsamerweise ist auch kein Tier zu hören. Also wirklich absolute Stille.
Nach einigen Schritten geht es nicht mehr weiter für uns. Der Pfad wendet sich zur Straße oder geht in einen schmierigen unbestimmbaren Pfad über. Das Dickicht wird auch dichter, was soll´s, gehen wir eben wieder zurück.
Da wir noch einige Sachen brauchen, machen wir Hilde fahrbereit und verlassen den Platz Richtung „Jokkmokk-Zentrum“. Unsere Vorräte müssen aufgefüllt werden und die örtlichen Discounter mit ihrem wohlsortierten Angebot kommen uns da gerade Recht. Die Zeit vergeht und einige schwedische Kronen später haben wir alles und fahren zurück. Mittlerweile ist es Nachmittag und das Abendprogramm muss vorbereitet werden. Ein Feuer soll uns wieder wärmen.
Nach dem Abendessen werden die Campingstühle ausgeladen und an unsere Lieblingsfeuerstelle gebracht. Den Sack Holz hatten wir schon aus dem Discounter organisiert, noch wollen wir unser Eigenes nicht gleich verheizen. Vielleicht kommt noch eine Gelegenheit wo wir es brauchen.
Und dann sitzen wir am Feuer, trinken Glühwein und reden über den Urlaub und spinnen unsere Pläne weiter.
