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Ad astra – im Kleinen #39

Sonntag 28. September

Auch dieser Morgen begrüßt uns mit Sonne. Die Nacht war ruhig und wir starten ausgeruht und voller Energie in einen neuen Tag. Heute werden wir einige Kilometer fahren. Beim Frühstück planen wir die Route. Es soll noch einmal kurz zurück nach Finnland, aber dann nach Schweden gehen.

Der Ablauf vor der Abfahrt ist mittlerweile Routine und bevor es losgeht verabschiedet sich Chrissi vom Platzmanagement.

Die E45 nimmt uns auf und führt uns durch die erst flachen Ebenen, dann durch die steilen Klippen. Die Grenze zu Finnland, „Valtakunnanraja“, ist bald erreicht. Beim Überqueren ist kein Zoll zu sehen und wir fahren auf der 93 nach „Ehotekiö“, weiter Richtung Schweden. Noch ein kleiner Stopp zum Tanken und dann dauert es auch nicht lange, bis wir über Karesuvanto über die schwedische Grenze fahren. Auch hier ist niemand zu sehen. Wir wieder alleine auf der Piste und rollen vor uns hin. Die Gegend ist typisch schwedisch –  Wald und immer wieder kleine Seen in denen sich der blaue Himmel spiegelt. „Vittanl“ und „Svappavaara“ lassen wir hinter uns. Hinter Alttajärvi“ muss ich aufpassen. Wir müssen Richtung „Kauppinen“ auf die BD 875. Von rechts bekomme ich einen skeptischen Blick. BD-Straßen können ziemlich ruppig sein. Aber die Skepsis bleibt unbegründet. Sauber verlasse ich die E45 und fahre auf eine neu aussehende  super asphaltierte Straße. Unglaublich, es ist nichts zu spüren. Keine Dellen oder Ähnliches. Wir sehen uns an und staunen nicht schlecht. Die Straße führt zwischen Hausansammlungen durch. Dort befinden sich auch Bremsschwellen, „Bumper“, die den Verkehr auf weniger als 30 Km/h runterbremsen. Den ersten Bumper bekomme ich noch hin, beim Zweiten sortiere ich den Besteckkasten und den Badschrank neu. Auch springt einer der Fenstersensoren ab. Ein böser Blick von rechts und ein Sorry von mir quittieren den Vorfall. Ich fahre rechts ran, um den Sensor wieder an seinem angestammten Platz zu montieren.

Wir fahren weiter. Die Strecke fährt sich fantastisch. Nur zwei drei Fahrzeuge kommen uns entgegen. Und wie aus dem Nichts erscheint ein Großes Tor, das die Straße versperrt. Wir sind am European Space and Sounding Rocket Range, kurz Esrange, angekommen. Der Ort ist ein Startplatz für Ballons, Höhenforschungsraketen und orbitale Trägerraketen (lt. Wiki). Links neben dem Tor ist das Besucherzentrum und unser heutiges Ziel. Es ist zwar schon 17:00 Uhr, aber bis 18:00 Uhr ist wohl offen. Laut Rezensionen soll das ausreichen. Hilde bekommt gegenüber dem Eingang ihren Platz und mit Neugier bewaffnet wenden wir uns der Ausstellung entgegen. Nach dem Eingang ist ein kleiner Empfangsraum. Hier kann man eine kleine Pause einlegen und sich an bereitgestellten Kaffee und Keksen, gegen eine kleine Spende, gütlich tun. Die Räumlichkeiten sind bei unserem Eintritt ohne andere Besucher. Die Ausstellungsstücke bieten Iinteressanten Erklärungen und ein bereitgestelltes automatisches Videosystem gibt einen kurzen Überblick über die Nutzung und Verwaltung des Geländes und des SSC Esrange Space Center.

Schnell ist die Stunde vergangen und zum Ende hin fand auch eine Familie den Weg hierher. Sie haben leider nicht mehr die Zeit, sich das in Ruhen anzusehen –  der Security-Man will abschließen. Draußen nutzen wir noch das verbliebene Tageslicht und machen noch einige Fotos der ausgestellten Kom- und Satelliten Launch Systeme.

Langsam geht die Sonne unter und wir brauchen noch einen Schlafplatz. Mit Hilde geht es wieder zurück auf die Straße. Chrissi hat einen Parkplatz gefunden, den wir nutzen könnten, allerdings ist der wohl immer gut besucht. Die Straße führt uns an dem einen und den anderen kleinen See vorbei und da kommt die Idee auf, dass wir einen der Parkplätze an so einem See zum Übernachten nutzen könnten. Kurze Zeit später finden wo so einen Platz. Wir verlassen die Straße und fahren gleich wieder rechts in eine freie Lichtung umringt von Bäumen. Durch die Sträucher ist ein See zu sehen, der nur ein paar Schritte entfernt ist. Das Plätschern der Wellen ist noch zu hören.

Bevor wir alles zur Nacht fertig machen sehe ich noch mal an der Einfahrt nach, ob wir auch keine Verbotsschilder übersehen haben. Dem ist nicht so und wir stellen Hilde für die Nacht hin. Dann geht es noch zu Fuß an den See. Die Sonne steht schon tief über dem Horizont und wir beschließen, dass die Drohne noch mal eine Runde fliegen sollte. Gesagt getan und sie dreht einige Runden über dem See.

Dann ist der Tag auch schon am Ende. Alle Schotten werden dicht gemacht, die wird Heizung wird angestellt und das Abendessen genossen. Chrissi schaut noch nach Nordlichtern, doch die wollen sich heute nicht zeigen und so lassen wir den Abend ausklingen.

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